Das Quartier Enge im Kreis 2 der Zürcher Innenstadt wurde seit der Jahrhundertwende vielschichtig besiedelt. Auf dem Moränengürtel, der sich parallel zum Zürichsee erstreckt, entstanden herrschaftliche Villen aus dem späten 19. Jahrhundert, wie etwa die Villa Rudolf. In den Niederungen der Waffenplatz- und Mutschellenstrasse dominieren hingegen einfachere Arbeiter- und Mietshäuser aus den frühen 1900er-Jahren, ergänzt durch villenartige Mehrfamilienhäuser im Jugendstil.
In diesem Kontext entsteht an der Ecke Waffenplatzstrasse/Weltistrasse ein neues Mehrfamilienhaus. Die besondere Lage an einer nicht dominanten Kreuzung und an einer eher wegartigen Weltistrasse verlangt eine sensible Setzung zwischen offenen Bebauungen Richtung Kreuzung und geschlossenem Blockrand nach Süden.
Das Projekt orientiert sich am Zürcher Jugendstil, der trotz reduzierter Formensprache charakteristische Stilmittel wie florale Elemente, überhöhte Sockel und prägnante Eingangsportale nutzt. Der Neubau interpretiert diese Prinzipien zeitgemäss: Der Sockel wird über das 1. Obergeschoss gezogen, verzahnt die oberen Geschosse und setzt sich bewusst von der denkmalgeschützten Nachbarfassade Weltistrasse 6 ab, ohne deren Höhe zu übernehmen. Durch Materialwahl, Fassadengliederung und proportionale Gestaltung tritt das Gebäude als eigenständiges Individuum in Dialog mit der Nachbarschaft.
Die Fassaden sind mit Travertin verkleidet aus dem gleichen Steinbruch, der die Steine für das Kolosseum in Rom lieferte. Die Gesimsbänder und Fenstereinfassungen sind in Beton gehalten, die Terrassenböden in Quarzit-Natursteinplatten. Auf zwei Ebenen entstehen Mietwohnungen, während in den oberen drei Geschossen, sowie dem Attikageschoss eine luxuriöse Wohnung mit grosszügigen Erkern und Dachterrassen entsteht. Zwei Untergeschosse werden mit einem Autolift erschlossen.
Die Baufreigabe und der Baustart erfolgten im September 2025. Fertigstellung ist für Anfang 2027 geplant.