Der Neubau des Krematoriums auf dem Schorenfriedhof Thun greift die lange Entwicklung der Feuerbestattung auf, die seit dem späten 19. Jahrhundert von Rationalisierung und Entmystifizierung geprägt ist. Gleichzeitig soll das Gebäude den emotionalen und rituellen Aspekten des letzten Abschieds gerecht werden: Die Verbrennung – der Übergang des Körpers in den gasförmigen Zustand und seine Auflösung – bleibt ein zentraler, symbolisch aufgeladener Moment. Der Verstorbene selbst ist nicht mehr anwesend, doch sein Körper trägt Spuren des Lebens und bleibt Träger zahlreicher Erinnerungen. Der Neubau verbindet diese rationalen und emotionalen Anforderungen in einer Architektur, die Würde, Ritual und Funktionalität gleichermassen berücksichtigt.